Du bist im Vorstand eines Sportvereins und überlegst, einen Fanshop aufzubauen? Gute Idee. Merchandise bringt Einnahmen, stärkt die Vereinsidentität und gibt den Fans etwas, das sie mit ihrem Verein verbindet. Aber wie fängt man an? Hier sind fünf Tipps, die auf 20 Jahren Erfahrung mit hunderten Vereinen basieren.
Tipp 1: Klein anfangen – 3 bis 5 Produkte reichen
Der häufigste Fehler, den Vereine machen: Sie wollen gleich alles. Schals, Socken, Hauben, Tassen, T-Shirts, Feuerzeuge, Bälle, Fahnen, Pins, Aufkleber – am besten alles auf einmal. Das Ergebnis: Ein Berg an Produkten, die im Lager liegen, weil niemand alles kauft.
Fang klein an. Drei bis fünf Produkte, die zusammenpassen und sich ergänzen. Mehr brauchst du am Anfang nicht. Du kannst jederzeit erweitern – aber du kannst schlecht hundert unverkaufte Tassen zurückgeben.
Ein guter Einstieg sieht so aus: Ein Schal (das Herzstück), Socken (das Mitnahme-Produkt), und ein drittes Produkt je nach Verein – eine Haube für Wintervereine, ein Turnsack für Vereine mit großer Jugendabteilung, eine Tasse für den Kantinenverkauf.
Mit diesen drei Produkten hast du verschiedene Preisstufen abgedeckt: Socken für drei bis fünf Euro (Impulskauf), Haube oder Turnsack für acht bis zwölf Euro (mittleres Segment), Schal für zwölf bis achtzehn Euro (Premiumprodukt). So findet jeder etwas in seinem Budget.
Tipp 2: Die richtigen Produkte wählen
Nicht jedes Produkt funktioniert für jeden Verein. Ein Verein mit 50 Mitgliedern braucht keine 500 Tassen. Ein Verein ohne Kantine braucht keine Kaffeebecher. Ein Verein im Waldviertel braucht im Dezember keine Badeschlapfen.
Stell dir drei Fragen, bevor du bestellst:
Erstens: Wer kauft das? Wenn dein Verein hauptsächlich Familien mit Kindern anzieht, dann sind Turnsäcke und Minibälle sinnvoller als Feuerzeuge. Wenn dein Verein eine treue Fanszene hat, dann ist ein hochwertiger Schal das Richtige.
Zweitens: Wo verkaufst du das? Am Fanshop-Tisch in der Kantine funktionieren günstige, griffige Produkte. Im Onlineshop funktionieren hochpreisige Produkte, weil die Kaufentscheidung überlegter ist. Beim Haussammeln funktionieren Schals und Fahnen am besten.
Drittens: Wann verkaufst du das? Im Herbst verkaufen sich Schals und Hauben. Im Sommer Badeschlapfen und T-Shirts. Zu Weihnachten Geschenksets. Plane dein Sortiment entlang der Saison.
„Wähle nicht die Produkte, die du cool findest. Wähle die Produkte, die deine Leute haben wollen."
Tipp 3: Preise kalkulieren – Kosten plus Marge
Preiskalkulation ist kein Hexenwerk, aber sie wird oft falsch gemacht. Entweder zu billig (kein Gewinn) oder zu teuer (niemand kauft). Die Grundformel ist einfach: Einkaufspreis plus Marge ergibt den Verkaufspreis.
Eine gesunde Marge liegt bei 50 bis 100 Prozent Aufschlag. Das klingt viel, ist aber Standard. Ein Schal, der in der Produktion 5 Euro kostet, wird für 10 bis 12 Euro verkauft. Socken, die 1,50 Euro kosten, werden für 3 bis 5 Euro verkauft.
Was viele vergessen: Zum Einkaufspreis kommen noch Nebenkosten. Versand, eventuelle Zollgebühren, Designkosten (wobei die bei einem guten Partner wie uns inklusive sind). Diese Kosten musst du auf den Stückpreis umlegen.
Ein konkretes Rechenbeispiel:
- 100 Jacquardschals zu 5,50 Euro pro Stück = 550 Euro
- Versand: 40 Euro
- Gesamtkosten: 590 Euro, also 5,90 Euro pro Schal
- Verkaufspreis: 12 Euro
- Gewinn pro Schal: 6,10 Euro
- Gewinn bei 100 verkauften Schals: 610 Euro
Das ist kein riesiger Betrag, aber für einen kleinen Verein ein solider Beitrag zur Vereinskasse. Und die 610 Euro sind konservativ gerechnet – bei höheren Stückzahlen sinkt der Einkaufspreis.
Tipp 4: Verkaufsanlässe nutzen
Du kannst das beste Merchandise der Welt haben – wenn niemand davon weiß, kauft es niemand. Sichtbarkeit ist entscheidend. Und die einfachste Form von Sichtbarkeit ist: das Produkt an den richtigen Anlässen präsentieren.
Die besten Verkaufsanlässe für Vereins-Merchandise:
Heimspiele – Der Klassiker. Fanshop-Tisch in der Kantine, vor dem Spiel und in der Halbzeit. Die Leute sind da, die Stimmung ist gut, die Hemmschwelle niedrig.
Saisonstart – Neue Saison, neues Gefühl. Der perfekte Moment für neue Produkte. Viele Vereine kombinieren den Saisonstart mit einem kleinen Fest – idealer Zeitpunkt für den Fanshop.
Weihnachtsfeier – Menschen suchen Geschenke. Merchandise-Geschenksets (Schal + Socken im Paket) sind ein Selbstläufer.
Sommerfest / Vereinsfest – Großer Besucherandrang, viele Familien, lockere Stimmung. Hier funktionieren besonders die günstigen Mitnahme-Produkte.
Haussammeln – In Österreich eine Tradition. Der Schal als Dankeschön für Spenden. Je schöner der Schal, desto höher die Spendenbereitschaft.
Was auch funktioniert: Social Media. Ein kurzer Post – „Neue Vereinssocken sind da, ab Samstag in der Kantine" – kostet nichts und erreicht die richtigen Leute. Keine aufwändigen Kampagnen, einfach zeigen, was es gibt.
Tipp 5: Einen Partner suchen statt alles selbst zu machen
Das ist vielleicht der wichtigste Tipp. Denn der häufigste Grund, warum Vereine keinen Fanshop haben, ist nicht fehlendes Geld oder fehlende Nachfrage. Es ist fehlende Zeit. Ehrenamtliche haben genug zu tun. Sich auch noch um Merchandise zu kümmern – Produkte recherchieren, Angebote einholen, Designs erstellen, Qualität prüfen, Lieferungen organisieren – das sprengt oft den Rahmen.
Die Lösung: Such dir einen Partner, der das für dich macht. Einen Merchandise-Dienstleister, der den gesamten Prozess abdeckt – von der Beratung über das Design bis zur Lieferung. Du sagst, was du brauchst. Der Partner kümmert sich um den Rest.
Worauf du bei einem Partner achten solltest:
- Erfahrung mit Vereinen – Ein Partner, der Firmen-Werbeartikel macht, versteht nicht unbedingt die Bedürfnisse eines Sportvereins
- Designleistung inklusive – Du solltest nicht extra für Grafik zahlen müssen, das gehört zum Service
- Faire Mindestmengen – Ein Partner, der erst ab 1.000 Stück liefert, ist für einen Bezirksliga-Verein unbrauchbar
- Persönliche Beratung – Kein Onlineshop-Konfigurator, sondern ein Mensch, der zuhört und berät
- Transparente Preise – Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen bei der Rechnung
Einfach anfangen
Der wichtigste Satz zum Schluss: Fang einfach an. Nicht perfekt, nicht mit zwanzig Produkten, nicht mit einem Businessplan. Fang an. Bestell einen Schal und ein paar Socken. Stell einen Tisch in die Kantine. Schau, was passiert.
Die meisten erfolgreichen Fanshops in österreichischen Vereinen haben genau so begonnen. Mit einem kleinen Sortiment, einem Tisch beim Heimspiel und jemandem, der sich drum kümmert. Und dann ist es gewachsen. Stück für Stück, Saison für Saison.
Du musst nicht alles auf einmal richtig machen. Du musst nur anfangen. Den Rest lernst du unterwegs.
Helmut Mitter
Gründer von Soccershop und seit über 20 Jahren im Vereins-Merchandise zu Hause. Berät Vereine, Verbände und Firmen in ganz Österreich.
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