Merchandise für Sportvereine ist kein statischer Markt. Was vor fünf Jahren funktioniert hat, muss heute nicht mehr ziehen. Und was heute ein Verkaufsschlager ist, war vor zehn Jahren noch undenkbar. Hier ein Überblick über die Trends, die wir bei Soccershop gerade beobachten – basierend auf den Bestellungen hunderter Vereine in ganz Österreich.

Socken – der unerwartete Star

Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass Socken der beliebteste Merchandise-Artikel werden, hätte ich gelacht. Aber so ist es. Vereinssocken sind der Trend der letzten drei Jahre, und er zeigt keine Anzeichen von Abschwächung.

Warum ausgerechnet Socken? Mehrere Gründe. Erstens: Sie sind günstig – für den Verein in der Produktion und für den Fan im Kauf. Drei bis fünf Euro, das nimmt jeder mit. Zweitens: Sie sind alltagstauglich. Man trägt sie unter der Hose, beim Sport, zu Hause. Sie sind nicht so öffentlich wie ein Schal, aber man weiß selbst, dass man sie hat. Das ist ein subtiles Zugehörigkeitsgefühl. Drittens: Sie verschleißen. Das ist aus Vereinssicht sogar positiv – wer Socken trägt, braucht nach ein paar Monaten neue. Das macht Socken zum Repeat-Produkt.

Die erfolgreichsten Vereinssocken sind einfach gestaltet: Vereinsfarben als Grundton, dezentes Logo oder Vereinsname am Schaft. Nicht zu bunt, nicht zu laut. Socken, die man auch außerhalb des Stadions tragen würde.

Badeschlapfen – der Sommer-Hit

Ein Trend, den kaum jemand hat kommen sehen: Badeschlapfen mit Vereinslogo. Was als Gag begann, ist mittlerweile ein ernsthaftes Produkt. Vereine bestellen Badeschlapfen für die Kabine, für den Schwimmbadbesuch nach dem Training, oder einfach als Spaßgeschenk zum Saisonende.

Die Produktion ist unkompliziert: Ein Standardmodell, bedruckt oder geprägt mit dem Vereinswappen. Die Kosten pro Paar liegen bei drei bis sechs Euro, der Verkaufspreis bei acht bis zwölf. Die Marge ist gut, und die Reaktion bei der Übergabe ist immer dieselbe: Alle lachen, alle wollen ein Paar.

Badeschlapfen funktionieren besonders gut als Geschenk – zum Mannschaftsabend, als Dankeschön für Helfer, oder als Preis beim Vereinsfest. Sie sind das perfekte Produkt für den Moment, in dem niemand mit einem Geschenk rechnet.

Personalisierung – der Name auf dem Produkt

Personalisierung ist kein neuer Trend, aber er wird immer wichtiger. Spieler wollen ihren Namen auf dem Schal. Trainer wollen ihren Namen auf der Jacke. Eltern wollen den Namen des Kindes auf dem Ball. Die Technik ist mittlerweile so weit, dass Personalisierung auch bei kleinen Stückzahlen bezahlbar ist.

Für Vereine bedeutet das: Wer personalisierte Produkte anbietet, kann höhere Preise verlangen und stärkere Bindung erzeugen. Ein Schal mit dem eigenen Namen wird nicht weiterverkauft, nicht weggeworfen, nicht vergessen. Er ist persönlich. Und persönliche Dinge behält man.

Besonders beliebt ist die Personalisierung bei Mannschaftsschals. Ein Schal, auf dem alle Spielernamen der aktuellen Saison stehen, ist ein Sammlerstück. Jede Saison ein neuer Schal, jede Saison neue Namen. Das funktioniert bei Jugendmannschaften genauso wie bei der Kampfmannschaft.

„Ein Produkt mit dem eigenen Namen darauf wird zum persönlichen Gegenstand. Man wirft es nicht weg – man behält es ein Leben lang."

Nachhaltigkeit – kein Hype, sondern Erwartung

Vor drei Jahren war Nachhaltigkeit im Vereins-Merchandise noch ein Nischenthema. Heute ist es Standard. Immer mehr Vereine fragen: Woher kommt das Material? Unter welchen Bedingungen wird produziert? Gibt es nachhaltige Alternativen?

Das ist eine gute Entwicklung. Denn ehrlich gesagt: Vieles im Merchandise-Markt war lange Zeit nicht nachhaltig. Billigproduktion in Fernost, fragwürdige Arbeitsbedingungen, Materialien, die nach zwei Wäschen auseinanderfallen. Das ändert sich – langsam, aber stetig.

Wir sehen steigende Nachfrage nach GOTS-zertifizierten Textilien, nach recycelten Materialien und nach Produktionen in Europa. Die Preise sind etwas höher, aber die Vereine sind bereit, das zu zahlen – weil es zu ihren Werten passt und weil ihre Mitglieder es erwarten.

Turnsäcke für Kids

Ein Produkt, das in den letzten zwei Jahren stark gewachsen ist: der Turnsack mit Vereinslogo. Einfach, günstig, praktisch. Kinder brauchen für die Schule einen Turnsack, und wenn der in Vereinsfarben kommt, ist das eine tägliche Werbung für den Verein – in jeder Garderobe, in jeder Schule, bei jedem Ausflug.

Die Produktionskosten liegen bei zwei bis vier Euro, der Verkaufspreis bei fünf bis acht. Die Marge ist solide, und das Produkt hat einen echten Nutzen. Kein Gimmick, kein Gag – ein Alltagsgegenstand, den jedes Kind braucht.

Kluge Vereine verteilen Turnsäcke an neue Jugendmitglieder als Willkommensgeschenk. Das kostet den Verein ein paar Euro pro Kind und schafft sofort Bindung. Das Kind fühlt sich willkommen, die Eltern fühlen sich gut aufgehoben, und der Verein hat einen wandelnden Werbeträger in der Volksschule.

Was sich verändert hat

Der größte Trend ist vielleicht kein einzelnes Produkt, sondern eine Haltung: Vereine denken strategischer über Merchandise nach als früher. Es geht nicht mehr nur darum, „irgendwas mit Logo" zu bestellen. Es geht darum, die richtigen Produkte für die richtige Zielgruppe zum richtigen Zeitpunkt anzubieten.

Vor zehn Jahren hat ein Verein einmal im Jahr Schals bestellt und fertig. Heute haben Vereine ein kleines Sortiment, das sie über die Saison verteilen. Socken zum Saisonstart, Schals im Herbst, Hauben zu Weihnachten, Badeschlapfen im Sommer. Das ist keine Raketenwissenschaft, aber es zeigt: Merchandise wird erwachsen.

Und das ist gut so. Denn je durchdachter ein Verein sein Merchandise plant, desto mehr holt er heraus – nicht nur finanziell, sondern auch in Sachen Gemeinschaft, Identität und Sichtbarkeit.

Helmut Mitter

Gründer von Soccershop und seit über 20 Jahren im Vereins-Merchandise zu Hause. Berät Vereine, Verbände und Firmen in ganz Österreich.

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