Vereine reden gerne von Identifikation. „Unsere Mitglieder sollen sich mit dem Verein identifizieren." Schöner Satz, schwer messbar. Wir kennen einen Trick, der Identifikation messbar macht – und nebenbei die Merchandise-Verkäufe nach oben treibt: Lasst eure Mitglieder den Schal selbst entwerfen.

Warum normale Schalverkäufe stagnieren

Das übliche Spiel: Vorstand bestellt 200 Schals, Design wurde von einem Funktionär abgenickt, ab in den Fanshop. Die treuen Fans kaufen einen, der Rest bleibt liegen. Nach drei Saisons wandert die Restmenge ins Sammellager neben den anderen Schalvarianten der letzten zehn Jahre.

Das Problem ist nicht der Schal. Das Problem ist die Beziehung zum Schal. Niemand fühlt sich verbunden mit einem Produkt, an dessen Entstehung er nicht beteiligt war. Und niemand kommt auf die Idee, seinen Bekannten davon zu erzählen.

Was passiert, wenn man die Sache umdreht

Vor ein paar Jahren haben wir einem Verein vorgeschlagen, das Spiel umzudrehen: Statt einen Schal zu entwerfen, haben sie ihre Mitglieder gebeten, selbst Designs einzureichen. Über unseren Schalkonfigurator kann das jeder – ohne Photoshop, ohne Vorkenntnisse, einfach klicken und ausprobieren.

Innerhalb von zwei Wochen kamen 40 Designs rein. Manche fantastisch, manche schräg, manche völlig daneben – aber jeder einzelne war ein Mensch, der sich aktiv mit dem Verein beschäftigt hatte. Das ist mehr Engagement, als man mit einem Newsletter in einem ganzen Jahr erreicht.

Die Mechanik des Wettbewerbs

Aus den Einreichungen wählte der Vorstand zehn Finalisten aus. Diese gingen ins öffentliche Voting auf Social Media. Eine Woche Abstimmung, drei Sieger. Die Sieger-Designs wurden produziert – jeweils 80 Stück. Insgesamt 240 Schals statt der üblichen 200.

Und jetzt kommt der Punkt, der alle überrascht hat: Die Schals waren vor der Auslieferung ausverkauft. Vorbestellungen liefen über Instagram, über das Vereinsheim, über die Eltern der Nachwuchsspieler. Ohne Werbebudget. Ohne Druck.

„Die drei Sieger haben sich plötzlich in Verkäufer verwandelt. Jeder wollte, dass sein Schal sich am besten verkauft. Es wurde ein Wettbewerb im Wettbewerb."
– Helmut Mitter, Soccershop

Warum das funktioniert: drei Hebel

Hebel 1: Eigentum. Wer mitgestaltet hat, fühlt sich verantwortlich. Wer abgestimmt hat, hat sich für eine Seite entschieden. Beide kaufen eher als jemand, der einen fertigen Schal vorgesetzt bekommt.

Hebel 2: Reichweite ohne Budget. Ein Voting auf Social Media bringt zehnmal mehr Likes, Kommentare und Reposts als ein normaler Verkaufspost. Weil es um eine Entscheidung geht, nicht um eine Bewerbung. Und Entscheidungen mobilisieren Menschen.

Hebel 3: Sieger werden Verkäufer. Wer ein prämiertes Design entworfen hat, will, dass es auch gekauft wird. Plötzlich erzählt der Designer seiner ganzen Verwandtschaft davon. Der Vereinsbus wird zur rollenden Werbung. Drei Sieger sind drei Verkaufsteams – kostenlos, motiviert, glaubwürdig.

Was ihr dafür braucht

  • Einen Konfigurator, der ohne Vorkenntnisse bedienbar ist. Wir haben einen unter schalschmiede.at – kostenlos, ohne Anmeldung.
  • Einen klaren Zeitrahmen. 2 Wochen Designphase, 1 Woche Voting, 4 Wochen Produktion. Sechs Wochen total. Nicht länger – sonst verliert die Sache an Spannung.
  • Eine Bühne. Social Media ist Pflicht. Newsletter ist Pflicht. Ein kurzer Anlauf im Vereinsheim oder beim Heimspiel ist Pflicht. Ohne Bühne kein Publikum.
  • Klare Regeln. Wer darf einreichen? Wie wird abgestimmt? Was bekommen die Sieger? (Tipp: Der Sieger sollte mindestens einen kostenlosen Schal seiner eigenen Edition bekommen.)

Was es kostet

Im Vergleich zu klassischer Werbung: fast nichts. Der Konfigurator ist gratis. Die Social-Media-Posts macht ihr eh. Die Produktion kostet das Gleiche wie bei einer normalen Schal-Bestellung. Der einzige Mehraufwand ist die Organisation des Wettbewerbs – ein paar Stunden Arbeit für eine Person.

Im Gegenzug: höhere Verkaufszahlen, ein voller Social-Media-Kalender für sechs Wochen, neue Mitglieder, die durch den Wettbewerb auf den Verein aufmerksam werden, und eine Geschichte, die ihr beim nächsten Sponsorengespräch erzählen könnt.

Wann es nicht funktioniert

Ehrlich gesagt: Selten. Die einzigen Vereine, bei denen wir das Konzept nicht empfehlen würden, sind ganz junge Vereine ohne aktive Online-Community. Wenn ihr keine 100 Follower habt, fehlt die kritische Masse fürs Voting. Aber dann ist Mitmach-Wettbewerb eh Phase zwei – Phase eins heißt: Community aufbauen.

Für alle anderen: Es gibt wenige Marketing-Mechaniken im Amateursport, die so wenig kosten und so viel zurückgeben. Probiert es einmal aus. Beim nächsten Saisonstart, beim nächsten Jubiläum, beim nächsten Anlass, der ein bisschen besonderer sein soll als sonst.

Helmut Mitter

Gründer von Soccershop. Seit über 20 Jahren plant er Merchandise-Kampagnen für Sportvereine in ganz Österreich.

Wollt ihr einen Mitmach-Wettbewerb in eurem Verein?

Wir helfen euch beim Aufsetzen, beim Voting und bei der Produktion. Schreibt uns – wir machen den Rest.

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