Viele Vereinsvorstände sehen Merchandise als Kostenfaktor. Schals, T-Shirts, Hauben – das kostet Geld und bringt vielleicht ein bisschen was zurück, wenn man es verkauft. Aber was wäre, wenn Merchandise nicht nur keine Kosten verursacht, sondern aktiv Geld einbringt? Nicht durch Verkauf an die Fans – sondern durch Sponsoring auf den Produkten selbst.
Die Grundidee: Merch als Werbefläche
Ein Vereinsschal wird getragen. Im Stadion, auf der Tribüne, beim Public Viewing, im Alltag. Hunderte, manchmal Tausende Stück – jedes einzelne eine Werbefläche, die sich bewegt, die gesehen wird, die funktioniert. Für einen lokalen Sponsor ist das Gold wert.
Die Idee ist nicht neu – auf Trikots stehen seit Jahrzehnten Sponsorennamen. Aber beim Merchandise wird diese Logik selten konsequent umgesetzt. Dabei sind Schals, Hauben und Banner genauso gut geeignet – manchmal sogar besser, weil sie länger und häufiger getragen werden als ein Trikot.
Wie die Kooperation funktioniert
Das einfachste Modell: Ein Sponsor finanziert die Produktion, dafür erscheint sein Logo auf dem Produkt. Konkret könnte das so aussehen: Die lokale Sparkasse bezahlt die Produktion von 300 Vereinsschals. Im Gegenzug steht ihr Logo dezent auf einer Seite des Schals. Der Verein verteilt oder verkauft die Schals – der Erlös bleibt komplett beim Verein.
Die Sparkasse zahlt vielleicht 2.500 bis 3.500 Euro für die Produktion. Dafür bekommt sie ihr Logo auf 300 Schals, die ein ganzes Jahr lang getragen werden. Das ist günstiger als eine Anzeige in der Lokalzeitung – und deutlich wirkungsvoller, weil die Sichtbarkeit nicht nach einem Tag vorbei ist.
Win-Win-Win: Alle profitieren
Das Schöne an diesem Modell: Es gibt keine Verlierer.
Der Sponsor bekommt Sichtbarkeit in der lokalen Community. Nicht als Werbetreibender, sondern als Unterstützer des Vereins. Das ist ein enormer Unterschied in der Wahrnehmung. Eine Werbeanzeige wird ignoriert – ein Logo auf dem Vereinsschal wird akzeptiert, oft sogar geschätzt.
Der Verein bekommt Merchandise ohne Eigeninvestition. Die Produktion ist finanziert, der Verkaufserlös ist Reingewinn. Oder der Verein verschenkt die Schals – und stärkt damit die Bindung der Fans, ohne einen Cent auszugeben.
Der Fan bekommt einen Schal, den er gerne trägt. Das Sponsorenlogo stört nicht – im Gegenteil, es gehört dazu. Fans wissen, dass Sponsoren den Verein am Leben halten. Ein dezentes Logo auf dem Schal ist kein Kompromiss, sondern ein Zeichen einer funktionierenden Partnerschaft.
„Sponsoring auf dem Schal funktioniert, weil es ehrlich ist. Kein verstecktes Branding – eine Partnerschaft, die alle sehen und die alle akzeptieren."
– Helmut Mitter, Soccershop
Welche Produkte sich eignen
Schals sind der Klassiker. Große Fläche, gute Sichtbarkeit, lange Lebensdauer. Das Sponsorenlogo lässt sich elegant in das Design integrieren – auf der Rückseite, an den Enden, oder als Teil des Gesamtdesigns.
Hauben funktionieren im Winter hervorragend. Das Logo kann als kleines Etikett oder als dezenter Schriftzug eingearbeitet werden. Hauben werden oft auch abseits des Stadions getragen – beim Skifahren, beim Spaziergang, im Alltag.
Banner und Fahnen sind für Sponsoren besonders interessant, weil sie bei jedem Heimspiel hängen. Ein Banner überlebt mehrere Saisons und ist bei jedem Spiel sichtbar – das sind Dutzende Einsätze pro Jahr.
T-Shirts eignen sich bei Events: Meisterfeier, Jubiläum, Saisonabschluss. Hier ist die Bereitschaft, ein Sponsorenlogo zu tragen, besonders hoch, weil das T-Shirt eine Erinnerung an einen besonderen Moment ist.
Preiskalkulation – ein Rechenbeispiel
Nehmen wir 200 Strickschals als Beispiel. Die Produktionskosten liegen – je nach Design und Qualität – zwischen 8 und 14 Euro pro Stück. Das sind 1.600 bis 2.800 Euro gesamt.
Wenn der Sponsor die Produktion übernimmt und der Verein die Schals für 15 Euro pro Stück verkauft, bringt das 3.000 Euro Umsatz – bei null Euro Eigeninvestition. Selbst wenn nur 150 von 200 Stück verkauft werden, bleiben 2.250 Euro Reingewinn.
Alternativ verschenkt der Verein die Schals an Mitglieder und Fans. Kein direkter Umsatz – aber eine Stärkung der Vereinsbindung, die sich langfristig in Mitgliedsbeiträgen und Engagement auszahlt.
So sprecht ihr Sponsoren an
Der Schlüssel ist ein konkretes Angebot. Nicht „Wollt ihr uns sponsern?" – sondern: „Wir produzieren 300 Schals für die neue Saison. Euer Logo kommt dezent auf die Rückseite. Die Kosten liegen bei 3.000 Euro. Dafür bekommt ihr euer Logo auf 300 Schals, die ein Jahr lang getragen werden."
Zahlen, Fakten, konkreter Nutzen. Kein Betteln um Geld, sondern ein Business-Vorschlag. Lokale Unternehmen reagieren darauf viel besser als auf vage Sponsoring-Anfragen – weil sie genau wissen, was sie für ihr Geld bekommen.
Und noch ein Tipp: Bietet verschiedene Stufen an. Ein kleiner Betrieb sponsert vielleicht die Aufkleber, eine mittelständische Firma die Schals, die große Bank die komplette Merchandise-Linie. So kann jeder mitmachen – und der Verein diversifiziert seine Einnahmen.
Merchandise als Einnahmequelle – das ist kein Traum, das ist eine Strategie. Und sie funktioniert, weil sie für alle Seiten Sinn macht.
Helmut Mitter
Gründer von Soccershop. Seit über 20 Jahren plant er Merchandise-Kampagnen für Sportvereine in ganz Österreich.
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