Eine Tribüne zu bestuhlen ist kein Merchandise-Einkauf. Es ist ein Bauprojekt. Die Summen sind andere, die Fristen sind andere, und es sitzt jemand mit am Tisch, der bei Schals nie dabei ist: die Baubehörde.
Wir liefern seit Kurzem Stadionbestuhlung. Was uns dabei auffällt: Die meisten Vereine fragen zuerst nach dem Sitz. Die Fragen, an denen ein Projekt tatsächlich hängt, kommen später – und dann oft zu spät. Deshalb hier die Reihenfolge, die sich in der Praxis bewährt.
Zuerst: Welche Nachweise verlangt eure Behörde?
Das ist die Frage, die vor der Produktauswahl steht, nicht danach. Bei Zuschaueranlagen wird üblicherweise nach Normen für Sitzmöbel und für Zuschaueranlagen gefragt, dazu nach einer Einstufung des Brandverhaltens. Wer in einer Liga spielt, in der Verbandsvorgaben greifen, hat zusätzlich deren Anforderungen zu erfüllen.
Klärt vor der ersten Anfrage bei einem Lieferanten, welche Unterlagen eure Behörde und euer Verband konkret sehen wollen. Dann könnt ihr beim Lieferanten gezielt danach fragen, statt später festzustellen, dass ein Nachweis fehlt und die Einreichung liegen bleibt.
Ein Lieferant, der auf diese Frage nicht innerhalb eines Tages mit Dokumenten antwortet, ist der falsche.
Die Befestigung entscheidet über die Lebensdauer
Ein Stadionsitz ist ein Kunststoffteil, das zwanzig Jahre und länger im Freien hängt. Kaputt geht in dieser Zeit selten die Schale. Kaputt geht die Stelle, an der sie befestigt ist.
Das ist der Punkt, an dem sich Systeme unterscheiden: Wo Metallteile in der Halterung sitzen, gibt es eine Stelle, an der Korrosion beginnen kann. Es gibt Konstruktionen, die ohne Metallbrackets auskommen, und es gibt Monorail-Systeme, bei denen die Sitze auf einer durchgehenden Schiene sitzen – letztere sind bei großen Stückzahlen deutlich schneller montiert.
Fragt konkret nach: Woraus besteht die Halterung? Wie wird im Beton verankert? Was passiert, wenn in zehn Jahren ein einzelner Sitz getauscht werden muss – ist das ein Handgriff oder eine Baustelle?
Farbe: RAL festlegen, nicht Bildschirmfarbe
Vereinsfarben sind der emotionale Teil des Projekts, und genau deshalb ist es der Teil, bei dem am leichtesten Missverständnisse entstehen.
Was ihr auf einem Bildschirm seht, ist keine Farbzusage. Auch unsere Farbvorschau auf der Seite zur Stadionbestuhlung ist eine Annäherung für den Gesamteindruck, nicht mehr. Verbindlich ist der RAL-Ton, den ihr vor der Produktion schriftlich festlegt.
Zwei Dinge lohnen sich dabei:
- Musterteil kommen lassen. Ein einzelner Sitz im echten Ton, angeschaut bei Tageslicht auf der eigenen Tribüne. Das kostet fast nichts und verhindert die teuerste aller Diskussionen.
- UV-Beständigkeit ansprechen. Ein Sitz, der nach fünf Jahren ausgeblichen ist, sieht schlechter aus als einer, der von Anfang an eine Nuance daneben lag.
Das Zeitfenster ist enger als gedacht
Montiert wird, wenn nicht gespielt wird. Damit fällt die Entscheidung, wann bestellt werden muss, nicht im Verein, sondern im Spielplan.
Rechnet rückwärts: Wann ist das letzte Heimspiel, wann das erste der neuen Saison, wie lange dauert die Montage bei eurer Stückzahl, und wie lange ist die Lieferzeit für Sitze in Sonderfarbe? Die Antwort auf die letzte Frage ist der Grund, warum Bestuhlungsprojekte im Herbst besprochen und nicht im Frühjahr entschieden werden.
Wer im Mai anfragt und im Sommer montieren will, hat in der Regel ein Problem.
Nicht jeder Platz braucht denselben Sitz
Eine Haupttribüne, ein Gästesektor und eine Loge haben unterschiedliche Anforderungen. Für Logen und Pressetribünen gibt es gepolsterte Sitze mit Armlehne und Getränkehalter, für die Kurve zählt Robustheit.
Das ist keine Frage von Sparen oder Nicht-Sparen, sondern eine Frage der Nutzung. Es ist völlig normal, in einem Projekt zwei oder drei Ausführungen zu kombinieren – und es ist meistens günstiger als eine einheitliche Lösung, die überall Kompromiss ist.
Was ihr für ein Angebot braucht
Damit eine Kalkulation überhaupt möglich ist, brauchen wir vier Angaben:
- Anzahl der Plätze, getrennt nach Bereichen, wenn es mehrere gibt.
- Neubau oder Nachrüstung. Bei Nachrüstung: Was ist heute verbaut, und wie ist es befestigt?
- Vereinsfarben, gern als RAL-Ton, wenn ihr ihn kennt.
- Wunschtermin für die Montage, oder zumindest die spielfreie Zeit, in der sie liegen soll.
Preise stehen bei uns bewusst nicht auf der Seite. Eine Haupttribüne kalkuliert sich anders als ein Sektor mit 300 Plätzen, und alles andere wäre eine Zahl, die im konkreten Fall ohnehin nicht stimmt.
Wenn ihr wissen wollt, wie eure Sitze in euren Farben aussehen: Auf der Produktseite könnt ihr die Farben einstellen. Wer den Link mit den eingestellten Farben speichert, kann ihn im Vorstand herumschicken – das erspart die Diskussion darüber, was jemand gemeint hat.
Helmut Mitter
Gründer von Soccershop und seit über 20 Jahren im Vereins-Merchandise zu Hause. Berät Vereine, Verbände und Firmen in ganz Österreich.
Ihr plant eine neue Bestuhlung?
Sagt uns, wie viele Plätze es sind und ob nachgerüstet oder neu gebaut wird – wir melden uns mit einem Angebot.
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