Wenn ein Verein Merchandise plant, steht er vor einer grundlegenden Entscheidung: Setzen wir auf Produkte, die schnell gehen und regelmäßig nachbestellt werden? Oder auf Produkte, die einmal perfekt gestaltet werden und dann Jahre halten? Die Antwort ist nicht „entweder oder" – die Antwort ist „beides, aber richtig". Dafür muss man die zwei Kategorien verstehen.
Kategorie 1: Trendprodukte – schnell, günstig, wiederkehrend
Trendprodukte sind Merchandise-Artikel mit kurzer bis mittlerer Lebensdauer. Sie verschleißen, sie werden verbraucht, sie gehen kaputt – und genau das ist der Punkt. Denn jedes Mal, wenn ein Produkt am Ende ist, entsteht eine neue Kaufgelegenheit.
Typische Trendprodukte im Vereins-Merchandise:
- Socken – Verschleiß nach 6–12 Monaten, günstiger Preis, hohe Nachkaufquote
- Minibälle – Werden von Kindern bespielt, bis sie kaputt sind, dann kommt der nächste
- Feuerzeuge – Gehen verloren oder werden leer, Nachkauf ist selbstverständlich
- Aufkleber – Werden verteilt, verklebt, gesammelt – günstig in der Produktion
- Badeschlapfen – Saisonprodukt für Sommer, verschleißt über die Saison
- Turnsäcke – Werden von Kindern täglich benutzt, gehen nach ein bis zwei Jahren kaputt
Das Prinzip bei Trendprodukten: niedriger Stückpreis, hohe Stückzahl, regelmäßige Nachbestellung. Die Marge pro Stück ist geringer, aber das Volumen macht es. Und die psychologische Hürde ist niedrig – drei Euro für Socken gibt jeder aus, auch spontan am Fanshop-Tisch.
Kategorie 2: Zeitlose Produkte – hochwertig, designintensiv, langlebig
Zeitlose Produkte sind das Gegenteil. Sie werden einmal gestaltet, einmal produziert und dann über Jahre getragen oder verwendet. Ihr Wert liegt nicht im Verschleiß, sondern in der Dauer. Sie sind die Identitätsträger des Vereins.
Typische zeitlose Produkte:
- Jacquardschals – Halten bei guter Qualität zehn Jahre und mehr, werden Sammlerstücke
- Hauben – Winterklassiker, die jede Saison wieder getragen werden
- Fahnen – Hängen am Haus, am Sportplatz, im Vereinsheim – jahrelang
- Tassen – Stehen am Schreibtisch, werden täglich benutzt, gehen selten kaputt
- Pins und Anstecknadeln – Werden gesammelt, aufbewahrt, manchmal vererbt
Das Prinzip bei zeitlosen Produkten: höherer Stückpreis, geringere Stückzahl, seltene Nachbestellung. Dafür ist die Marge pro Stück höher und die emotionale Bindung stärker. Ein Schal, der zehn Jahre hält, erzählt zehn Jahre lang die Geschichte des Vereins.
„Trendprodukte bringen laufende Einnahmen. Zeitlose Produkte bringen bleibende Identität. Ein guter Verein hat beides."
Wann Trendprodukte Sinn machen
Trendprodukte sind ideal für Situationen, in denen es schnell gehen muss und das Budget pro Stück niedrig sein soll. Zum Beispiel:
Beim Saisonstart, wenn der Verein ein kleines Geschenk für alle Mitglieder verteilen will. Socken oder Turnsäcke eignen sich perfekt – günstig genug für eine Massenverteilung, nützlich genug, um nicht sofort weggeworfen zu werden.
Am Fanshop-Tisch beim Heimspiel, wo Spontankäufe dominieren. Hier funktionieren Produkte unter fünf Euro am besten. Niemand überlegt lange bei drei Euro Socken. Man nimmt sie mit, fertig.
Als Give-away bei Veranstaltungen. Aufkleber, Schlüsselanhänger, Minibälle – alles, was man in die Hand drücken kann, ohne dass der Empfänger sich verpflichtet fühlt.
Wann zeitlose Produkte Sinn machen
Zeitlose Produkte sind ideal für Anlässe mit emotionalem Gewicht. Der Schal zum Vereinsjubiläum. Die Fahne zum Aufstieg. Die Haube zur Weihnachtsfeier. Bei diesen Anlässen geht es nicht um den schnellen Kauf, sondern um die Erinnerung.
Zeitlose Produkte brauchen mehr Vorlaufzeit. Ein Jacquardschal wird nicht in einer Woche produziert – da braucht es vier bis sechs Wochen Produktionszeit. Das Design muss stimmen, die Farben müssen exakt passen, die Qualität muss geprüft werden. Das ist Aufwand, aber es lohnt sich.
Zeitlose Produkte eignen sich auch hervorragend als Dankeschön beim Haussammeln. Ein schöner Schal öffnet Türen – und Geldbeutel. Die Erfahrung zeigt: Je hochwertiger das Dankeschön, desto höher die Spendenbereitschaft. Ein billiger Schal bringt fünf Euro Spende. Ein schöner Schal bringt zehn bis zwanzig.
Die kluge Kombination
Die besten Vereine kombinieren beide Kategorien. Sie haben einen zeitlosen Schal, der die Vereinsidentität trägt – der „Hauptschal", den jeder Fan irgendwann haben sollte. Und sie haben daneben ein rotierendes Sortiment an Trendprodukten, das regelmäßig wechselt und laufende Einnahmen bringt.
Ein konkretes Beispiel: Ein Bezirksliga-Verein in Oberösterreich hat seit drei Jahren einen Jacquardschal in Vereinsfarben. Der wird immer wieder nachbestellt, weil neue Mitglieder ihn wollen. Daneben gibt es jede Saison ein neues Trendprodukt – erst Socken, dann Badeschlapfen, dann Turnsäcke. Die Socken haben sich dreimal so gut verkauft wie der Schal. Aber der Schal ist das Produkt, das an der Wand hängt.
Beide Kategorien haben ihre Berechtigung. Der Fehler wäre, nur auf eines zu setzen. Nur Trendprodukte? Dann fehlt dem Verein das identitätsstiftende Produkt. Nur zeitlose Produkte? Dann fehlen die laufenden Einnahmen und die Sichtbarkeit im Alltag.
Praktische Empfehlung
Wenn du als Vereinsvorstand dein erstes Merchandise-Sortiment planst, empfehle ich Folgendes: Starte mit einem zeitlosen Produkt – einem guten Schal. Der ist das Fundament. Dann ergänze ein bis zwei Trendprodukte – Socken und Turnsäcke sind der sicherste Einstieg. Damit hast du drei Produkte, die zusammen den Kern deines Fanshops bilden.
Im zweiten Jahr erweiterst du. Eine Haube für den Winter. Ein Ball für die Kinder. Vielleicht Badeschlapfen, wenn dein Verein den Humor dafür hat. Und jedes Jahr kommt etwas Neues dazu, während der Schal bleibt.
So baust du Schritt für Schritt ein Sortiment auf, das Identität schafft und Geld bringt. Trend und Zeitlos – nicht entweder oder, sondern beides.
Helmut Mitter
Gründer von Soccershop und seit über 20 Jahren im Vereins-Merchandise zu Hause. Berät Vereine, Verbände und Firmen in ganz Österreich.
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